Das Kleid trägt gelb, grün, blaue Längsstreifen in verschiedenen Verteilungen; raffiniert löst die üppige Frau am Gasttisch das Problem des Fehlens von Rot, indem sie das Rot zart in ihren Wangen und massiv in ihrem Oralflitterwochenmund anreichert, so alle Aufmerksamkeit dorthin ziehend: Farberfüllung gibt es dort und nur dort, und schon folgt den Stielaugen der ganze Schneck und schon saugt der Rottrichter ihn ein.
Anwendung der Rot-Überlegungen auf ein Kleid
Annie
Sie steht an den Marterpfahl gebunden, ein perfekter Schurke aus dem Visagistensalon Barclay mit schurkenschnurrbart 22.3.A in Acapulcoschwarz (einem verdichteten Tiefdunkelblau) hat ihr gerade mit vorgeglühter Blechpeitsche ein männlich-grobes Mal über die weiblich-zarten Brüste geschmort und strafft nach der Anstrengung seine goldengegürtete Schurkenhose nach. Die Retter sind fern. Annie macht erschreckte Kulleraugen, denn das mit der Peitsche hat sie sehr erschreckt. Sie hat auch schön eingefallene Wangen, an der tiefsten Stelle ist etwas Acapulcoschwarz verteilt, denn sie leidet sehr unter dieser erschreckenden Todesstunde. Das Gesichtchen ist wie mit dem Flügelstaub von Kohlweißlingen eingemehlt, ganz zerbrechlich, nach rettenden Männermuskeln rufend, auf Ledernackenherz hoffend. Ihr Mund zuckt Angst vor der eigenen Körperlichkeit.
Arcimboldi
Arcimboldi ist der Oberschutzpatron von J.s Exporteurreise, da sie aus diffusen Einzelinformationen zusammengeklittert ist wie Arcimboldis Visagen aus unorganisiertem Gemüse? Nein, ich widersage dem Manierismus und seiner modischen Macht; apage! Meine Gesichter sind nicht aus Zwiebel und Kohl montiert, sondern aus Weichteilen, Knochen, Muskeln, Adern, Bindegewebe, Nerven, Haut, Parfumerien etc. Daß diese Strukturen unter Mikroskop, Skalpell, Röntgenlicht fremd und gewimmlig aussehen, daß ihre Wiedergabe in Trickphotos, Spektren und Diagrammen an Manier gemahnt, ist verständlich.