Ufer

Geographisch: rechtes, in J.s Stromauf-Fahrt aber linkes.

(Das massige Stampfen und Rauschen hat ausgelärmt, der Schiffsjunge turnt nicht mehr in den Bäumen, der Kapitän ist im Kapitänkobel ganz Kapitän, jeden Tag Sonntag, ein Wolljäckchen gabelfrühstückt schon), langsam weicht der Dunst – der Himmel wird stärker blau, ein Nachleuchten der bunten Stühle im Schiffsstation-Café. Eintritt in die Verladelandschaft.

Transvestiten

Man schließe von der Lust am Anlegen der Attribute des anderen Geschlechtes nicht voreilig auf gleichgeschlechtliche Veranlagung. Von unserer pseudo-fetischistischen Freude (Fetischist) am Betrachten hübscher Teenagerkleidung am Teenager, über das Befühlen und Streicheln dieser Kleidung am Teenager oder nach Ablegen durch den Teenager, bis zum Anschmiegen dieser Textilien an unseren eigenen Körper führt ein Weg ohne Grenzstein. Der Autor selbst, wenn er das mädchenblaueste seiner Freizeithemden anzieht, also als Amateurtransvestit, fühlt ein Mädchen angeschmiegt. (Und nicht etwa sich als bubensüchtiges Mädchen.) So wird auch mancher zünftige Transvestit in seinem Handeln nicht Verweiblichung, sondern Vereinigung mit Weiblichem fühlen. (Vgl. Kinsey, Das sexuelle Verhalten der Frau: »Ein Mann kann sich zum Beispiel so stark zu Frauen hingezogen fühlen, daß er eine permanente Identifizierung mit ihnen anstrebt.«)

Ufermauer

Na also, jetzt ist es schon unumstößlich, daß wir in freundlichem Land sind, auch die Ufermauer kann uns nicht schrecken, ganz im Gegenteil, es ist ein so säuberliches Feiertagsmäuerchen mitten im Werktag; eine rechte Mauer zur rechten Zeit erquickt oft in ganz überraschendem Ausmaß (Schi huang-ti?). Nagelneue Lackschilder (Schildermalen), langgezogen, für Getränke werbend, am langgezogenen Uferrestaurantgärtchen, grüngittrigen, an die Ufermauer geklebten. Dort Ameise sein. Wanderer sein. Der sich jetzt im Sitzen im Trinken an die Mauer lehnen kann, die sonnendurchwärmte im Herbst, die glitschiggekühlte am heutigen Vorhundstag. Bunte Stühle.