So wird von der Neuen Linken manchmal die Kunst genannt, die nicht ausschließlich die Herstellung neuer gesellschaftlicher Strukturen erkämpft. Die Konsequenten nennen sogar jede Kunst kulinarisch. Die Kochbücher sollen, womöglich mit Stacheldraht den Köchen angebunden, öffentlich verbrannt werden. Die intellektuelle Weltrevolution ist also der erste Feldzug, der auf Gulaschkanonen verzichtet und auf den eine Ära von Appetitlosigkeit folgen soll. Ich hoffe, der Kunst zuliebe, indessen, daß die Weltrevolution von den Stahlarbeitern und Schrebergärtnern statt von meinen Kollegen durchgeführt werden wird, denn die Erstgenannten sind nette Menschen und werden es nicht lange ohne Platzkonzerte und die Gründung von künstlerischen Volkshochschulen aushalten, was auch nach unserer Erschießung auf etwas wie Kunstvirulenz rechnen läßt.
Kulinarisch
Kuhdreck
J. hatte es immer gern, wenn Kühe machten. Eine Kuhwiese ohne Fladen war eine halbe Kuhwiese. (Ob dabei Ressentiments aus der ersten Lebensphase mitspielten, wußte er nicht.) Als Schulkind matschte er gern darin mit den Füßen. Bis unnatürliche Leute ihm von den Schrecken einer Blutvergiftung erzählten. Wenn er sich nach einer Traktoristin sehnte, hoffte er, den Geruch an ihr wiederzufinden.
Kunststoffliebe
Kunststoffliebe habe ich schon 20 Jahre vor dem Poprummel gefühlt, dem ich für sein Bekenntnis zu den Gegebenheiten der modernen Umwelt onkelig verbunden bin. 1943, mit 13, wollte ich mir im Garten eine Höhle aus bunten Kunststoffen bauen, und 1950 schrieb ich