Gaatsch : einer der m. E. tolerablen Austriazismen, da in seinem Fall das weich Verbreiende wienerischer Konsonanten und das dehnend Verzähende wienerischer Vokale dem darzustellenden Material adäquiert. Einen Gaatsch (Erdkot, Lehm, Morast) zu katschen (kauen), mit gesundzahnigem K und schnappigkurzem A, ist minder zumutbar als: ihn zu gaatschen, mit gammligem Graugrün-Gebiß und mittendrin einschlafendem Gaatsch-Maul.
Gaatsch
Freiheit, die ich meine
Nicht identisch mit der, die Ernst Jandl meint. Die echte lexikale Freiheit (Gebrauchsanweisung) bestände darin, meint Jandl, keinen Autorenstil aufgezwungen zu kriegen: zwinge ich dem Leser bei jedem Artikel meine Sprechgewohnheit auf, hustet der Leser auf die Freiheit in der Abfolge von geographischen Punkten.
Garage
Garagentür und -wände öffnen sich, der Aufbruchsgeruch nach Reifengummi und Abbenzin startet in die Weite des Tags und Lebens von Alphard Mutz. Heute noch wird man in den Bergen sein, rosa Klebblumen pflücken (voll AnheftInsekten), sogar die Blaublume Enzian. Scharfriechende Almkräuter abstengeln, Muhkuhli-Bimmeln hören aus großen schweren Messingglocken, Konkurrenzbimbam der Abendkirche, oder man wird in jenem Seerestaurant essen, wo die dekadenten Kellner ihre Silberrechnungen präsentieren und diskret ins Geplätscher der Kurkapelle hüsteln. Oder an den klinker-zerkrachenden Zementfabriken vorbei, dem staubweißen Ohrentod, und überall Seitenwege, Verzweigungen, Anti-Straßen, auf denen die Eltern geradesogut fahren könnten— warum fahren wir nicht neben uns, quer auf uns, gegen uns, fragt der Siebenjährige, lehnt sich zurück, zählt die damals noch seltenen Gegen- und Vorfahrzeuge, fängt und kaut ihre Nummern, freut sich auf Stadtrast und grüngrünen Marzipankürbis.