Nach der vermeintlich erschöpfenden Betrachtung einer Schwarzkatze, nach den ersten Entzückensäußerungen und den späteren vergeblichen Anreden weiß der Dreijährige mit der Katze nichts mehr anzufangen. Ein Wunder müßte geschehen, aber es unterbleibt. Da lotet er ihre Möglichkeiten aus, indem er die Dehnbarkeit ihrer Arme mißt, die Brüchigkeit ihrer Beine, die Durchstoßbarkeit ihrer Ohren, die Widerstandskraft ihres Schnäuzchens gegen spitze Steine und Brennesseln. Nun kratzt sie ihn blutig und liefert ihm ein zweites Motiv. Das reicht für totalen Krieg. Mit der Wunderwaffe seiner Schuhe malmt er ihre Füße, und seine Milchzähne suchen im Raubaffeninstinkt ihre Halsschlagader. Heut hab ich das Katzi aufgefressen, prahlt er schmerzglücklich, und seine Mutti berichtigt ihn: »Aufgegessen, sagt man. Fressen tun nur die Viechi.«
Motive für das Quälen von Katzen
Molotow-Cocktail
Ich liebe, sagte André Anarchique, MolotowCocktails mit Kalimetall-Zündung. Wasser setzt sie in Brand.
Motive für den Erwerb eines Eichhörnchens
Aus der Deutschstunde behält man, daß es ein Eichhorn ebensowenig gibt wie ein Kanin oder ein Mad. Eichhörnchen- und notfalls Kaninchenliebe werden also meist eine Vorliebe für junge Mädchen tarnen, die sogenannte Korophilie, etwas, das der Mann im Zeitalter der genialen Analytik nicht ohne Berechtigung tarnt; ein Wissenschaftler, der alle linken Hände nur für Degenerationen fälschlich links angewachsener rechter Hände hält, sieht in der Mädchenvorliebe von Männern eine lesbische Entartung Schwuler und wendet deshalb an das Natürlichste den griechischen Fachnamen einer Perversion, vom Kotschmieren nurnoch durch Kastration eines »p« getrennt.