Bordabenteuer 3

Der Bikini war blau und rot, also: schön; außerdem winzig, das Mädchen gut braun, ihr Becken breit genug, um zwischen Taille und Hüfte ein ausladendes Trapez darzustellen. Aber dieses Trapez war aus einem Brett geschnitten. Was nützte da, daß nur jener schmale Schutzstreifen, der immer hinuntergerutscht aussieht, die Nacktheit störte?

Ich weiß schlanke Ware zu schätzen, antwortete J. dem Sklavenhändler, aber an diesen Knochen zerschlage ich mir meine, sehen Sie? Und sehen Sie das häßlich Puppengelenkhafte dieser zu magern Schultern, Ellbogen und Knie? Er bog den Unterarm des Mädchens zweimal mißbilligend auf und ab. In den fleischarmen Oberarm stach er kennerhaft seinen Daumen. Au weh, sagte das Mädchen. Wehleidiger Indianer, sagte J., bewußt das Maskulinum gebrauchend. Der Büstenhalter wurde nur ein schlampiges Wenig zur Seite gezogen, Bubenbrust, sagte J., anpatschend; wie erwartet! Er ließ das Mädchen die blau-roten Körbchen selbst wieder zurechtrücken. Sie verlor ein wenig die Geduld und zeigte J. die magere Zunge. Nein, sagte J. zum Sklavenhändler, einen Bikini ohne Mädchen drin drehst du mir nicht an. So ein flachliegender Stoff ist wie ... Da er Kaufmann war, fand er keinen passenden Vergleich und fluchte.

(Okopenko etwa hätte gesagt, so ein unzerwölbter Bikini ist wie ein Gedicht voll lauter Abstractis oder Pseudoconcretis, zB:



(Raum zum Einkleben eines Gedichtes voll
lauter Abstractis oder Pseudoconcretis)



)