Ein verlorenes Kopftuch.
Kleine Dinge 5
Kleine Dinge 4
Vierblättriger Klee. Auch dem Unabergläubischen macht das Finden der seltenen Variante Spaß, so wie Pilzsucherinnen, die pilzlose Diät erleiden, für ihre Schwägerinnen oder Märkte allzeit begeistert den Waldboden sichten. Für abgeschmackt hält es Quenta Quebec, wenn Gärtner Viererklee züchten und mühlose Kleetöpfe auf dem Neujahrstisch stehen. Beim Kleesuchen hilft ihr ein Peter, ein schwarzer sogar und gleichaltriger. Aber er ist dumm, insofern, als er die Klischees von den Mädchen selbst angesichts Quentas nicht revidiert. So leidet Quenta die Schmerzen a) der Unrechterfahrung, b) des Alleinseins unter Gefährten. Behandle ihn wie eine Puppe, rät ihr eine weise weiße Katze, machs wie ich mit den Menschen: such ihre Nachbarschaft, aber kenn ihre Grenzen und unterwirf dich nicht. Bleib du selbst. Quenta ist aber im Moment noch Zu mild, um das voll zu verstehen und auszuüben. So versucht sie, Peter durch Worte und Geistbeweise in Ordnung zu bringen, aber er bleibt wirr wie ein Zimmer voll Bettfedern und definitiv wie die Flugunfähigkeit der Ratte. Die kleinen hellgrünen Blättertröpfchen haben Verständnis für Quentas Lage; formieren sich nicht zuviert. Die Unabergläubische begreift auf dem Umweg über die Wahrscheinlichkeitsrechnung: als Symbol für die Häufigkeit kommunikabler Gefährten ist vierblättriger Klee durchaus ernstzunehmen.
Knopf
Das zieht natürlich die Leute in seinen Sog und facht die Harmonika-Feuerung an, entlockt auch dem glühenden Blechschiff im Zischwasser ohrenzerreißendes Tuten. Daß der Lehmkopf voll sparsamgrüner Weintreppen jetzt schon dem rechten Kulissenufer einen nahenden Hintergrund macht; daß es den Auwald aber zerreißt und die Stadt drinliegt, gleich ist sie beschreibbar, wenn einmal die Brücke, zum Beispiel das riesige Lagerhaus, die unmittelbar herankommt, ein Weißhaariger bläht den roten Brustkorb, hier möchte er ja gleich vom Schiff ins Wasser, denn es ist Schwimmwasser, passiert ist, und neben dem Lagerhaus der Wohnklotz unproportioniert massig und aufragend vom flachen armen verschlafenen Hügel (rechter Stadtausläuferflanke), und wirklich sind wir unter den verschränkten Eisenflüchen der Brücke, die zehnten, was das Metall alles zusammenschimpft, treffen unseren Kopf, ja, schaut, die Stadt ist wieder weg, idyllische Schraubflaschenpicknicker im Ufergras bei den weidenden Autos, richtiges Schlachtenwetter, euer Strand wird gerammt, das junge Frauchen mit ausgeprägter Vasenfigur im einteiligen Rottrikot wird als Galeonenmiss gespießt, eh sie begreift aber mit Preßluft in den Backen schwimmen da schon die frechsten Buben an, erst im Augenblick vor dem Sieg können wir sie mit der Kielwasserzentrifuge zerstäuben, und im Tod noch spucken sie ein »Tod den Piraten« an Bord. hier hilft nur ein Bauch-007, aber dieser Bauch rennt grimmend vorbei zu den Waschräumen, nnd aus der Au entsteht eine vielstöckige Menschenbarrikade, winkend und um diese Tageszeit kann man schon im Schwimmdreieckchen die Stadt bevölkern und sehr viele Arme und Beine verflechtend und lachen und Schwimmhauben tragen oder meiden und Hunde mit abgeschälten Stöcken ins Wasser kommandieren. Wir winken und flattern und fleischeln zurück, und unsere Schwimmhosenmann- und Bikiniweibschaft tritt zum Gegenangriff an, den Kokosankerwurf nicht abwartend und den Steg stürmend, an dessen Ausgangseingang Gekreisch, Zertrümmerung, viele Ohrfeigen, Ellenhiebe. Verwandtenumarmungen und Nacktpärchenaufküssungen entstehen. Irgendein Zivilistenmarsch schmettert aus der rotblaugelbgrünen Station mit dem weißen weißgelben weißblauen Licht drauf und mit den schattigergrünen Verzierungen, aus denen dicke rote orange und violette Blumen wachsen. Knopf, die schönste Einveborenenstadt der Welt. Und wie sie ins Restaurant wimmeln und aus allen seinen Fenstern ausdringen und würmeln und wursteln und all die Lastwagen voll Speiseeis, die unauffällig umherstehen, leerschlecken, mit den Bechern wedelnd und Tüten winkend und quietschend, wenn sie sich mit Papierbändern anwerfen und Sodawasser bombardieren.