In ausgesucht diesem Blau will ich meine Metallhöschen und meine Flitterschminke, sagte Myra Metelli zum Regisseur bei der Lagebesprechung. Der Höschenklempner und der Maskenbildner widersprachen, der Kostenrechner schloß sich ihrem Einspruch an. Augenblick, knurrte der Koordinator und tastete etwas in seinen Taschencompi, na, also: wenn Frau Metelli das leuchtende Blau benützt, schon zart dem Violett zu, werden 22.000 Menschen mehr angesprochen; der Kostenaufschlag ist dagegen minimal.
Leuchtendes Blau 3
Leuchtendes Blau 2
Encore Edibelbek hob Deckel und weiße Wellpappe: der gutmaskierte Nikolo hatte ihm für sein rotloses Rechtschreibheft 4 ✕ 6 »Schnapszuckerln« beschert, soviel man sah, jedes anders gefüllt und jedes in andersfarbiges Stanniol gehüllt. Edibelbek stellte seinen Blick natürlich sofort auf jenes Stanniol ein, das stark wie eine Taschenlampe und blau wie eine Kornblume leuchtete; jenes Blau, das die Vollendung allen Blaus war, weil seine Reinheit schon vor dem Violett kapitulierte.
Leuchtendes Blau 4
Ich habe ein Geheimrezept, sagte Encore Edibelbek. Gegen die schneerne Langeweile hier in diesem SchiNest?, fragte Zero Zobiak. Leg, sagte Edibelbek, den Kopf bloß so schräg, daß die Schneekristalle als Prismen fungieren. So, fragte Zero. Jöö, setzte er fort, was alles in dem weißen Licht drin ist: dieses Grün! Und jetzt wirds ja gleich gelb. Und orangegelb! Und sonnenorange! Und rosarot — und tintenrot — und roterüben — Jetzt geh aber, sagte Edibelbek, vom Grün in die andere Richtung. Bleib nicht beim Kobalt, geh ins Violett, nicht ganz ins Violett, ein Schritt ins Blau zurück — Jöö, sagte Zero Zobiak, das ist ja das Schönste, was ich je gesehen habe. Na also, sagte Encore befriedigt, jetzt bleibst du doch noch den Schikurs zuende.