Ihre Waffe, sagt man, sei das Kuscheln. Sie liegt kuschelig vermengt mit dem Flausch-Weiß einer Bett-Innenlandschaft, hat sich dort, wo es für den Photographen riskant wird, Bettschaum dazwischengestopft, bedrängt das Bett wie Leda den Schwan. Der Herrenjournalleser wird zu einer Dreiecksbeziehung eingeladen — Liddy, das Bett und er —, zu einem Wettbewerb im Kuscheln. Dieses Bild soll den Jungen der U. S. Vietnam-Armee besonders gefallen haben, wohl auch infolge des Heimwehs nach einem kuscheligen Bett.
Liddy 1
Lexikonromane
Ich bestätige hiermit, daß ich die Verfasser weiterer Lexikonromane nicht als Nachahmer betrachten werde, denn auch ich betrachte mich, wenn ich einen Brief schreibe, nicht als Nachahmer irgendeines alten Hethiters oder, wenn ich Nullen porträtiere, nicht als Nachahmer Al Chwarizmis. Die Möglichkeit Lexikonroman ist ein Topos, also ein Platz, der von allen begangen, behinkt und schlittschuhbelaufen werden kann. Hierzu rufe ich nachgerade auf, nicht nur einzelne, sondern auch Kollektive.
Liddy 2
Sie sammelt Byzantinika und Ikonen, hält sich für abergläubisch, wenn sie beim Nacktposieren vor dem Bethlehemstall unter dem starren Marienblick zusammenschrickt, und sagt, diese Bilder hätten einen so fürchterlichen Ernst, als hätte eine Kuh sie gemalt. Gegen diese Anwandlungen schluckt sie diverse Abkürzungen in Pillenform und wirft ihre gutgezüchteten Melonenbrüste in die Waagschale. Das Strafgericht wird hierauf wegen Befangenheit einiger Schöffen vertagt.