Barbara 4

Raum zum Einkleben
Ihres vollschlanken
Lieblings-Pin-ups

Barbara 3

Ihr Gewicht schwankt zwischen 105 und 115 kg, nun schon viele Jahre lang, und daher traut sie sich, Berge von Fett, Knödeln und Torten zu essen, und weil sie Erfolg in der Liebe hat, spottet sie mit den Fettbespöttlern munter und ohne Komplexe mit. Sie ist sogar überzeugt davon, daß jene Art Männer, die sie am meisten zufriedenstellen, die Luxuspolsterung der Gefährtin wertschätzen, und oft schieben sie ihr einen Schokoriegel in den Mund, damit sie so schön dick bleibe oder nach Tunlichkeit zunehme. Barbaras Gesicht ist von Zufriedenheit gezeichnet, denn solche Zufriedenheit ist nicht selbstverständlich und wird einem nicht ohne Tatkraft geschenkt. Sie ist Sekretärin in einem Zoo und liebt Tiere, weil sie die günstigste Zeit für die Erstschwangerschaft vertändelt hat und jetzt schon wahrscheinlich keine Kinder ertändeln wird. Sie tanzt gern, weil sie gern schwitzt, und malt aus sich gern abenteuerliche Frauen, nicht nur wegen des Erfolgs, sondern auch aus Affinität zu fetten Stiften und Cremen. Wenn ihre Ohrläppchen nicht eitern, hängt sie gern lange Korallenschnüre daran. Hätte sie einen Säugling, würde sie schweineselig lächeln — drei, vier Kinnwülste gewinnend — und ihn mit orange, gelb, grün, blau und rosa Gummibällen unterhalten. Sie ist, wie manche fette Frauen, mehr zahnarztfaul als zahnarztfeig und behilft sich gegen Löcher und Schmerzen mit Zungendruck, Luftsaugen und Einziehn der Wange. Überhaupt bildet das Material ihres Gesichts die reichsthaltigen Landschaften und Zielpunkte. Ihre ins Doppelkinn schmelzenden Wangen ersetzen Schüchternen die Kußbrüste. Die Brüste selbst liegen meist in kopfgroßen Miederkörben. Ihr fettiges Haar malträtiert sie in allen Pastellfarben; wenn sie heuer gut abbrennt wird sie das selten zu sehende Kalkweiß tragen, das ihr parisflüchtiger Friseur tatsächlich mit einer Art bröckligem Kalk als einer der wenigen zustandebringt. Sie sonnt sich oft in voller Bekleidund Bemiederung, zeigt den Begierigen aber freisinnig die erregende obere Grenze der Strümpfe. Sie tanzt nicht nur gern, sondern auch erstaunlich rasch; dem Tiereinkäufer macht es Spaß, wenn sie im Büro neue Reizwäsche vortanzt, mit grellblauem Schleier-Hemdchen (mini) durch gekonnte Steißstöße nekkisch wedelnd oder in puderrosa Bettbikini bis zur Verzückung um die eigene Achse trampelnd.

Barock

Gewisse Reize des Barockschrifttums will ich nicht leugnen: die »Herzhaftigkeit« (wie sie sonst ja nur ⁂-Suppenwürze aufweist), die gebirgsbildende Eruptivkraft der Sprache (die zu manchen Zeiten hingegen, säuberlich ins Erdinnere verschlossen lediglich der Wärmung unserer Füße dient), den Mut zum Einfall und seiner erschöpfenden Durchunddurchführung, den Mut zur Monstrenzeugung und dergleichen.