Bordereignisse 1

Eine Melodie erklang an Hinterdeck. J. wurde kindsfidel zumute, denn es war ein altes Kinderlied, wie er es als Kind stets verabscheut hatte und nun stets nachzulieben liebte:

Ein Männlein steht im Walde
ganz still und stumm,
gräbt in der Schlackenhalde
nach Kalium.
Kalium ist so gesund
für den Hund und für den Mund,
darum gräbt das Männlein auf fremdem Grund.

Was gibt einem Chemiekaufmann Lebensfreude und Bestätigung, wenn nicht das Wissen, daß durch seine Hände alle Hunde, die darauf Wert legen, Kalium, das gesunde, bekommen und alle Münder Kalizahnpaste

(vor dem Dreispiegel, dem verstellbaren, in Quarzkristallfassung,

die weiblichen Münder noch mit Splittern Rouge in den Hautrissen,

die männlichen von den fahlbraunen Abendbartstoppeln überschattet,

die kindlichen eiszuckerglasiert —

all die Gesichter die blaue hellgrünbewürstchente Bürste im Maul, an den ausgezackten Zähnen, in der schlechtgelüfteten Höhle, am bllltenden Zahnfleisch —

die Einheitsabendfrische als individuelles Abend-Erlebnis,

vor dem Einschlüpfen ins körperfrische [nach dem gestrigen Körper riechende] Bettzeug:

Hotel, Motel; von Kilometern, Hundstagschweiß, gierigem Bier, abwesenden Frauen/Männern zu Bett geworfen;

etwa mitten in einem durchmohnten Roggenfeld, an einem verwirklichten, hundebepißten Landkartenkilometer)?