Katze 15
Katze 14
Motive für das Quälen von Katzen.
Kaufhäuser 1
Zero Zobiak, der Bub, glaubte immer, in Kaufhäusern könnte man sich einen Rausch antrinken. Im 4. Stock, wo die pappigen, rotbemalten, klobigen, drehbaren, hölzernen, clownigen, glasglatten, verschwärzten Puppppen standen, streifte er oft umher, der Liftboy hielt vergeblich die Hand auf und war vergeblich mürrisch, die Verkäuferinnen lächelte Zero erwachsen an, alles vergeblich aber. Die Krawattenmary im musikdurchdrehten Erdgeschoß hoffte, an Zero mit Kurzware zu verdienen, aber: Zero blieb Zero. Nie hatte er den Mut, nach der Wein- oder auch nur Lebens- und Genußmittelabteilung zu fragen. Detektive lauerten ihm auf, nie erwischten sie ihn bei Diebstählen, denn wenn er Büstenhalter und Lippenstifte stahl, war dies nur eine Ersatzhandlung für den unerhältlichen Rausch, und er stahl leidenschaftslos und unaufrichtig. Die Büstenhalter und Lippenstifte schenkte er seiner Schwester, die fragte ihn so schön, warum er immer schlechter aussähe und ob sie ihm vielleicht einmal rosige Wänglein schminken sollte. Einmal, als sie ihn im Traum belauschte, schnarchte er: »Rausch!«, und da wußte sie, wie wenig es geschlagen hatte. Mit der Schwesterlichkeit einer Schwester stellte sie nächsternacht eine farblose unetikettierte Flasche Zu den Teddybären an sein Bett, und instinktiv griff Zero Zobiak um zwei Uhr hin und trank aus. Dies ist kein Himbeersaft, sang er, die Schwester glühte vor Genugtuung, die Eltern wackelten in den Betten, die Schwester wurde zur Braut, und die Kaufhäuser gewöhnten sich Zero Zobiak ab.