NATUR-HOTEL 2

Wie NATUR-HOTEL 1. Nur macht statt Marie Eierspeis Steffi Palatschinken und Hofräte bleiben unwirklich. Zusätzlich gibt es eine Teppichbürste, die Zimmerbrände hervorruft. Ein Apotheker schwärmt inoffiziell von Magnetkuren.

NATUR-HOTEL 1

Marie macht eine Pfanne Eierspeis. Die Pfanne rußt. Die Eier sind selbstgelegt. Alte Naturgeschichtslehrer dürfen befruchten helfen. Patiencelegen ist erlaubt, nur muß man dazu das an der Wand hängende Eselgesicht aufsetzen. Frau Rechnungsrätinnen sind nicht unter Frau Rechnungsrätin anzusprechen, Fräulein Marien nicht über Marie. Hofräte werden vor Wirklichkeit manchmal wirklich. Ein Märchen ist es, daß die guten dicken Landbetten an der Luft ungelüftet bleiben. Die Luft ist wirklich wertvoll. Wenn sich ein junger Romantiker in ein knarrendes Dop pelbett legt, in den eisern zusammengetischlerten Brauttrog, und in der frühzeitig eintretenden Abendstunde wachträumt, mit welcher Vorgängerin er hier wohl schlafe, ärgert ihn Marie, indem sie die angegreiste barthaarige Wutzel beschreibt. So werden Naturhotels rasch entzaubert und weniger schön und verlieren auch mehr und mehr junge Gäste, die Motels hingegen, in denen Filmsternchen abspritzen, ohne daß die Leintücher nach ihnen gewendet werden, können die Jünglingsherden kaummehr einkoppeln.

NATUR-HOTEL 3

Wie NATUR-HOTEL 1. Nur hat es ein Schild Zum goldenen Zapfen. Es hat Rechnungsformulare auf gelbem Affichenpapier, mit Phantasiefraktur belettert, mit einem braunen Zapfen geschmückt, und einen Aschantinußautomaten. Hier tröstet den jungen Enttäuschten im Bedarfsfall die kleine rote Renate, die sich auf Wunsch sogar eine flachsblonde Faschingsperücke aufstülpt und die an der Frühstückszimmerwand klirrenden Sporen an die Hornhautfüßchen schnallt.