Promenade 1

Sie mußten die Stadt bald verlassen, die Feinde ließen nicht mehr viel Zeit. Außerdem war es schon Oktober, und die Saison der Flußpromenade war eigentlich vorbei. Caro Coenluir schaute durch das Verkleinerungsglas des Abschiedstages alles noch einmal an, hatte nie begriffen, wozu eine Promenade gut war.

Pop-Roman?

Pop-Roman? Die Verfasser von Pop-Romanen einerseits, ich anderseits haben sich unter Pop-Romanen etwas anderes als meine sentimentale Drudenreise vorgestellt. Pop-Gegner indessen werden vieles Verhaßte auch in meinem Roman finden. So sei ihnen denn, mehr in Dreiteufels als in Gottes Namen, erlaubt, mich — wie schon einmal geschehen — unter die Popper einzureihen. Schelmen-, nouveau und Pop-Roman zusammen ergeben, zumindest von der Etikettierung her, lt. Schillers Glocke einen guten Klang.

Promenade 2

Spazierwelt, Teerölluxus, hauslose Gasse, von Beruf waagrecht, von Beruf schön, von Beruf grün, mit bunter Bank- und Blumenassistenz, für Menschen, die von Beruf Spaziergänger sind, Lauschende, Dichtende, Hustende, Liebende, von Beruf Gäste, von Beruf Atmende, Guckende, Lobende, Zahlende. Menschen, die einander zehnmal beim Auf- und Abgehen begegnen, brauchen sich ab dem zweiten Mal lt. Chamrath nur mehr freundlich zuzunicken. Flirtende Hundebesitzer müssen die Leinen kurz halten, damit sie einander keine Köter machen. Die Promenade obliegt dem Verschönerungsverein, der oft ahnungslos und meist machtlos ist. Sein Gebäude liegt malerisch. Aber viel Freiheit, ausgiebiger Zeitvorrat, viel Verruchtheit in Grenzen, auch freie Sonnenbenützung, Wasserplätschern, Fischeln und Rasenmähgeruch, bunte Lacke, an denen man kletzeln kann, ein Reservoir an Meisen und wippenden Bachstelzen und die Nähe der eigenschlicksaligen echten Ortsgassen und der dösenden Plätze, nicht zu vergessen der Klempnereien und Wagnereien mit ihrem Geheinzel, machen die Promenade dem profunden Betrachter adäquat.