Promenade 2

Spazierwelt, Teerölluxus, hauslose Gasse, von Beruf waagrecht, von Beruf schön, von Beruf grün, mit bunter Bank- und Blumenassistenz, für Menschen, die von Beruf Spaziergänger sind, Lauschende, Dichtende, Hustende, Liebende, von Beruf Gäste, von Beruf Atmende, Guckende, Lobende, Zahlende. Menschen, die einander zehnmal beim Auf- und Abgehen begegnen, brauchen sich ab dem zweiten Mal lt. Chamrath nur mehr freundlich zuzunicken. Flirtende Hundebesitzer müssen die Leinen kurz halten, damit sie einander keine Köter machen. Die Promenade obliegt dem Verschönerungsverein, der oft ahnungslos und meist machtlos ist. Sein Gebäude liegt malerisch. Aber viel Freiheit, ausgiebiger Zeitvorrat, viel Verruchtheit in Grenzen, auch freie Sonnenbenützung, Wasserplätschern, Fischeln und Rasenmähgeruch, bunte Lacke, an denen man kletzeln kann, ein Reservoir an Meisen und wippenden Bachstelzen und die Nähe der eigenschlicksaligen echten Ortsgassen und der dösenden Plätze, nicht zu vergessen der Klempnereien und Wagnereien mit ihrem Geheinzel, machen die Promenade dem profunden Betrachter adäquat.