Ein Konzil wurde einberufen, träumte sie; die Linkspriester stellten lauter 20jährige Kardinäle auf, die Kurie wurde umfunktioniert, der Papst trat zurück, und der neue Generalsekretär (wie er sich nun nannte) verordnete den katholischen Ehe- und Liebespaaren ab sofort die Pille. Jeden Morgen aß Irmgard nun das rosa Kügelchen, und zu jeder Tagesstunde, wann immer sie und Erwin der Wunsch überfiel, durfte sie ihn in ihre bettwarmen Arme reißen, durften sie bis in den Traum ineinander verweilen.
Durch den Reisewecker aus dem Wunschtraum entfernt, machte Irmgard die morgendlichen ersten Orientierungsversuche und erschrak wie meistens, als sie ihren aufgepumpten Bauch vorfand. Sie hatte in Wirklichkeit Erwin schon geheiratet, und bei der Taufe würde es vielleicht eine kleine Rüge wegen des weißgewesenen Hochzeitskleides setzen. Am Nachmittag kam Erwin vom Büro (das Studium hatte er aufgegeben), schmatzte dem Kind durch Irmgard hindurch einen Kuß, klapste die Frau dann noch wie ein Pferdchen und fragte, was es denn zum Essen gäbe.