Ulli beschreibt, zum Erstaunen der Psychologen, Abenteuer aus ihrem zweiten Lebensjahr, von einem Ort, den sie damals für immer verlassen hat. Ihre Zeichnung der Stuben, Verschläge und Unebenheiten stimmt. Sie zeigt, wie sie ein sechzehntel Liter Johannisbeerwein im Garten der Großeltern austrinkt und »lustig« ins Bett wankt — ihre Eltern wundern sich, daß Ulli am nächsten Morgen so lange schläft. Ulli findet, es ist inzwischen gar keine Zeit vergangen, denn während man manches nur wie eine altväterliche Illustration vor sich sieht, wird die Umwelt der Zweijährigen mit der Umwelt der Neunjährigen identisch, und Ulli schlägt den längstveraschten Großvater beim Fangenspiel übermütig auf die Hand.
Ulli Ergänzungen 4
Ulli Ergänzungen 3
Der Chemiekaufmann J. bedauert, daß er in Y., wo er neunjährig haselnußstreunte — gänzlich allein —, nicht die heutige neunjährige Ulli zur Kameradin hatte. Ulli versteht sogleich, daß sie dem Mann, der ihr das heute sagt, zur rechten Zeit die Einsamkeit genommen hätte. Denn sie sind, wie der Chemiker sagt, wahlverwandt, mißachten die Grenzen der Zeit und bedürfen, um einander die Einsamkeit zu nehmen, weder erklärender Worte noch der reifgeschlechtlichen Möglichkeiten.
Ulli Ergänzungen 5
Ulli ist von Spottlust nicht frei. Besonders im Team mit Elisabeth höhnt sie viel und unbarmherzig. Ist sie außer Dienst, wechseln ihre Gesichtszüge ins Milde, Ernste, Traurige, auch Leere — ein Engerl, sagen Besucher. Sobald jemand Eßbarer das Spinnennetz betritt, verschiebt sich Ullis Gesicht ins Disharmonische des Hohns. Wie stolz dürfen daher jene Menschen sein, die von Ulli akzeptiert werden und an ihrem milden, traurigen oder leeren Dreinschauen teilhaben.