Xaver Yermil Zeisig, Vogelhändler. Wie lange die Eltern nachdachten, ehe sie einen Zweitnamen mit Ypsilon fanden. Yermil verkauft auch Vogelpfeifen und den verbotenen Leim. Seine Tür hat ein Glockenspiel mit einigen Messingstäben, aber die vorüberlaufenden Schulbuben, die ihn eines Dezemberspätnachmittags erschlagen werden, um ihm seinen Stolz, die eingekäfigte Meerkatze, zu rauben, werden das Glockenspiel aushängen. Jetzt denkt Yermil lieber noch nicht an diesen längsten Tag. Munter bedient er einen rastenden Weinreisenden: »Sechs Vögel haben wir noch. Zwei diese synthetischen, und die anderen Natur.« Der Weinreisende hat eine mehrstöckige Zwiebeltürmchenvilla gekauft »für alle Vögel, die es gibt«. Er füttert aber auch hungrige Außenvögel.
Element X 23
Element X 22
Torbogen-Haus mit Durchblick auf eine jener verzichtreichen Straßen aus lauter ebenerdigen Häusern. Die Häuser sind hochgiebelig und weiß (oder bunt oder schmutzig), sie haben entweder einen schmalschmalen Gehsteig, auf dem manchmal ein fensterverrammelnder Telegraphenmast Schädel rammt, oder eine Melancholie namens Vorgartenzaun oder Zaunvorgarten. Manche Häuser verstecken innen ganze Welten, topfreiche Spielplätze von Höfen, baumreiche Grellschattengassen zu heimlichen Werkstätten hin, ein bodenlang verkitteltes Mütterchen sieht nach, ob der Rohling drin schon den Hund an die Sense angelötet hat, bei Regen wird die Städtchenstraße Gaatsch, bei noch mehr Regen schwimmen auf ihr Boote.
Element X 24
Baum- und Rosenschule Lohma Svatoš.