Gemeindebauten 2

In das armgrüne Dörfchen des Gemeindebaues, wo sonst wenig los ist, aber viele Kinder spielen, kommt diesen Mittag, wenn alle Kinder vom Spielen fort und bei den Tellern sind und nur ein einzelnes Mädchen irgendwarum noch ein Blechrad durchs Gras treibt,

ein Spaßvogel, der sich als Friseur ausgibt, dem Mädchen die Zöpfe abschneidet, ihr Resthaar zu Zacken zwickt, ihr einredet, daß er ihr eine tolle modische Frisur mache. Nachmittag verkauft er die Zöpfe, kauft um den Erlös ein altes Pfeifenregal und sendet es dem Opfer mit erklärendem Eilbrief ins Haus. In allen Stiegenhäusern tratschen die Empörten.

Gemeindebauten 1

Husten erlaubt, Spucken verboten, junge Mutter tauscht Baby gegen Plattenspieler, Fertigbeton lähmt die Potenz?, Kohl, aufgewärmter Kohl, aufgewärmtes Kraut, Kraut, Sauerkraut, Kohlrüben, entblähter Einmachkarfiol durch Zugabe von Brotstückchen, Zwiebelkartoffel, ranziges Hirn, qualmende Margarine, alte Wurst ausbraten, Tür 26 Tb-Fürsorge, immer noch ??, schildkrotschwere Monteure, dreibäuchige Straßenarbeiter, »Mao«Tintung an der Waschküchentür, Blumentopf in grünverziertem Porzellanscherben, Plastikwäscheleine, -klammern, -lockenwickler, -puppengeschirre, Aussterben der Gesäßtritte, Zunahme der Handkantenschläge, Gummi- + Kaugummi-Automat, Frauenarzt, Kassenkontrollor, Gaskontrollor, Telephonkontrollor, Hausinspektor, Rattenstreuung, Näh- und Strickmaschinen müssen auf Filzunterlagen stehen, 1 Hund od. Katze erlaubt, Hunden ist die Schnauze zu verbinden, Kinder an die Leine!, Säuglinge sind mit Schalldämpfern zu versehen, mutwillige Glatteisbildung verboten, Kanäle sauberhalten, versiegeln Sie selber!, Handbohrmaschine bohrt Ohren, Eingabe wegen Nachbarbettkrachens, vor Selbstvergasung Stiegenfenster öffnen, Welensiddich endflohgen, Zintz bite am 31.igsten 5—7. Ur, bite im Stigenhaus gefäligst keine Tschick nicht entflamen sonst drackonische Anzeige bei Politzei!!!, junge Plattenspielerin erhält Baby durch Fürsorge zurück, Spucken verboten, Husten verboten.

Gemeindebauten 3

So wie der Mensch im tiefsten Winter Frühjahrsaussicht hat, Gestöber scharfer Eiskristalle oder patschige Schneeflockenumschläge drum hinnimmt, das Schwirren hochgespannter Saiten in seinen blauroten Buswarteohren um Frostmitternacht, so leben die Bewohner des Baues, die es aus Schokoladefabrikin Asphaltkochernähe verschlagen hat, in dem Glauben diesenfalls jedoch Aberglauben, daß die Wanderung des Erdplaneten den in jeder Hinsicht ausschließlich häßlichen Feuerteerkratzgeruch des brühenden Giftes unaufhaltsam verlieblichen, ja, reschokoladisieren wird. In diesem Glauben werden Kinder gezeugt und Jahre verseufzt, bis das Schlimmste eintritt, Besucher nämlich angestarrt werden: »Was heißt, nach Teer??«