Gemeindebauten 8

Sehen wir lieber Gemeindebauten neu und in freierem Land:

Achtung, Giftspritzung! Blumige Grasfladen. Balkone mit schmiedeeisernen Bambis, Schmollbrischitts, Störchen, Laternzwergen. Zuchtbulle aus Gelbstein als kategorischer Imperativ der Siedlung. Alles biopositiv, nächster Evolutionsdreh nach der Tb-Welle. Alles auch wirtschaftspositiv, sämtliche Geräte, überquellende Autoställe, kein Antennenwald mehr, sondern Gemeinschaftsstengel (S 400.— Kaution pro Zuchtkoje). In einem Badezimmer Taggrün des magischen Auges.

Kinder beißen dennoch ins Giftgras. Kleine Buben mühen sich muffig zu sprechen: stehn vor dem Durchziehn des Colts. Trittrollerfahrer, Heuhaufenwerfer prämiieren das häßlichste Tuten. Ein Gekränkter liegt tot im Gras; die Kinder räubern und kicken über ihn hinweg; nun wird er Kleinkind, plärrt. Ballonaufblasen. Böhböh. Radfahrer serpentinen über das Gras, glinglingelnd. Weltkriegslärm. Erdburgen mit Höhlen, Unterführungen und bemalten Papphäuschen an den Hängen (Bergklebesiedlung). Teddybärputzen, Haarpuppenkämmen, Doll's Prams' Speedway. Mit Plastikstamperln machen kleine Mädchen eine Jause (rot, dunkelgrün, tintenstiftviolett). Buben schmeißen mit Steinen nach einem Blechchristus. Der Blechchristus gehört schon zum Bauerngrund. Das Heu auch.

Schwer gebräunte kleine Mädchen (braun) lehnen faultierträg mit rückwärtsgebogenen Armchen lauernd, pfeifend, gummiblasend an den grüngestrichenen Rohren, können gut erwachsenspielen. Eine bindet der anderen ein Handtuch als Abendkleid um. Beim Sandschöpfen beugt sich eine weit vor, im grelldünnen Supermini: sie erweckt den Buben im Mann.

Ein junges Mädchen drückt den Transistor an sich: ihr Schlagersänger, warmgequetscht, singt. Eine Frau in nilgrünem Arbeitsmantel tritt ans Stockfenster und tratscht zu einer Frau in nilgrünem Arbeitsmantel an der Hausmatte.