Korrupte Bräute 3

Weiße Bräute muß man mit allen mühsamen Eckchen aus weißem Holz aussägen — es ist das Feld, in dem Laubsägearbeit zu Spitzenklöppelei wird. Ein Mann mit Stoppuhr überwacht die Geläufigkeit. Weiße Bräute kann man auch in Apotheken kaufen, nur muß man die Lizenz haben. Sie stehen in weißen Regalen zwischen Talk und Clownpuder, Frauenmilch und Weißmehlstreu für Hundekrätze, man kann anderseits mit ihnen nicht die Bälle nachweißen und die Brillen putzen, selbst die Hochzeitsschuhe mit der Dorneinlage nicht weißzuckern.

Durch Selchfleisch sind sie unbestetlich. Männer tauschen sie nur gegen Vorauskasse. Sie singen aus Kohlweißlingkehlen, solange die Brautschulung nachhält. Sie schminken ihre Bettwangen mit Sahne und Lilien. Dringt der -gam in sie ein, versprüht er Eselmilch.

In weißem Licht sind sämtliche Spektralfarben vereinigt, man braucht nur zu wählen. Aus blauem Licht erwählt man Violett oder jenes wunderschöne Sonnengrün niemals. In Weißglut verkohlen die Feinde schmerzlos. Also sind an jeden, der sich mit Weiß gleichsetzt, kritischste Maßstäbe anzulegen. Wer, wie Fräulein Doris, weiße Brautfarbe gedankenlos annimmt, ist korrupt.