In der Suppe ist ein Haar. Er erkennt die OréalFärbung des schönen roten Küchenmädchens. Er nimmt das Haar liebevoll aus dem Teller, trocknet es an der Serviette und klebt es zwischen zwei Kleb-Etiketten, die er anschließend mit Ort und Tag des Vorfalls signiert. Restaurateur, Küchenchef, Oberkellner und die drei ranghöchsten Serviererinnen haben sich mittlerweile um seinen Tisch gestellt. Das rote Küchenmädchen wird fristlos entlassen, sagen sie mit devoten Stimmen. Ja, aber sie hat mir ein starkes Vergnügen bereitet, sagen Sie ihr das, bitte, zuvor. Ihr Wunsch ist uns Befehl, sagen sie mit devoten Stimmen. Jetzt erst gäumt er den blaßgelben Spargel.
Suppe 4
Suppe 3
Was bleibt mir übrig, als den Frühling in der Frühlingssuppe aufzuessen?, sagt der 14jährige Caro Coenluir zu seiner Tischnachbarin, der 15jährigen Linda. Ich kann dich nicht auf Kommando lieben, schreit die schöne Basketballsiegerin ihn bekümmert an. Beide sind naß in den Augen, fühlen die Tragik der Naturgesetze, löffeln märzgrüne cremige Suppe.
Suppe 5
Er ist hungrig, nach dem Streunen, und freut sich selbst auf etwas Blasses wie Suppe. Die Häuser, die so anders sind, weil sie Häuser der Westvorstadt sind, werden zurückgelassen, eine Riesenumfahrung der Stadt und die gewohnten, aber rührenden Häuser der Ostvorstadt folgen, und er riecht Vorstadtsuppen. Suppe renkt den Magen ein, hörte er oft, Suppe rundet ab, Suppe ist die Königin des Mahles, auch las er den Suppenkaspar. Speise meiner extremen Situationen, deklamiert er, Gulyas- oder serbische Bohnensuppen der Sperrstundenräusche, Fliedersuppe der Ile-deFrance-Hochzeiter, Bettelsuppe, hölzerngestisch eingeschöpft, hundig vom Teller geschlürft und geschleckt. Vielleicht aber werde ich auch Kranführer und mein fettes Weib macht mir einen dicken blutroten Eintopf, wenn ich schichtspät zu einem blau- oder rotkarierten Tisch heimkomme.