Einer frisiert sich mit Donauwasser, hat dann Viecher im Haar.
Auen 2
Auen 1
Schlammschlamm. Matsch. Paatz. Gaatsch. Ein nackter Fuß tritt auf den oliv Gaatsch, drückt ihn ein, noch tiefer ein, noch sind Fuß und Gaatsch zwei, aber jetzt reißt die Haut des Gaatsches ein, und der flüssigere Gaatsch erströmt sich über den reingewesenen Fuß. Zehen, Rist, Knöchel, alles steckt jetzt im Gaatsch, tief im Gaatsch, und nicht anders als schwer begaatscht kommt es wieder aus dem Gaatsch heraus. Dieses weiche Kneten des Fußes im Gaatsch, dieser Widerstand beim Heraussteigen aus dem Gaatsch, dieses volle Eingeschmiertsein mit Gaatsch, so windelinfantil, so geborgen, so diluvial. (Höhlenlehm, Parnpas-Ton, Löß, Torfmoor; Mammut gaatschtretend, Frosch gaatschspritzend, Aff gaatschschmeissend.) Ein Fuß gaatscht den anderen. Zwei begaatschte Männerfüße begaatschen zwei noch weiße Frauenfüße; die Frau lacht und zieht den Mann mit sich in beintiefen Gaatsch.
Auen 3
Der zwölfjährige Caro Coenluir streift durch die Au, scheut nicht Irrpfade, Schmerzenkessel, Abfallkloaken. Er lernt Gegenstände, Eigenhaut, Liebe. Er findet genug, um sich wundzubrennen, zu stolpern, zu röten, zu fremdkörpern, um zu wutzeln, zu schlürfen, zu grausen, Nasses, Käsähnliches, Entflammbares, um sich von oben bis unten zu mustern, um zu stinken, zu kneten, zu kosten, zu zerlegen, ungeschickt zu sein, zu rennen, zu verheddern, hineinzutreten, sich in Männer zu fühlen, Mädchengeruch kennenzulernen, Insekten drin aufzubewahren, faschings damit zu schrecken, zu tauschen, abzuliefern, zu basteln, geohrfeigt zu werden, reich zu werden, blaß zu werden, geschwollene Lippen zu kriegen sich anzustecken, Lehrer zu werden, Durchfall zu kriegen, mutlos werdend sich mutig zu fühlen.