Susi 6
Susi 5
Irgendwann kam das Verhängnis, daß der Schüler J. (Susi 3) sich sein virtuelles Susibild ins Bett mitnahm, um darüber zu onanieren. Er stattete Susi mit schematischen Körperteilen aus, denn er hatte nicht viel authentische Erinnerung verfügbar. Außerdem zerging bei so intensivem Angriff das Susibild in ein Puzzle aus mehreren Mündern, Augen, Ohren, aus Wangen, die sich zu keiner überzeugenden Farbe entschlossen und zuletzt in das Rosaweiß von rohem Schweinespeck, den er gestern gesehen hatte, flüchteten. So war auch die Freude nur halb, und nachher lag er mit einem Wrack von Susibild da, als hätte er ein unfixiertes Pastellbild belegen, dessen Schmetterlingsstaub nun auf dem eigenen Bauch, Bein, Hintern zu finden wäre und niemals mehr in die künstlerische Ordnung zurückkehren würde. Diese Zerstörung konnte, außer durch Wiederbegegnen der echten Susi, kaum ungeschehen gemacht werden.
Susi- und Eiske-Epilog
Nach Ernest Bornemann (dessen andere Meinungen ich schätze) ist die ungeteilte Liebe zu einem Menschen eine merkwürdige Krankheit, die ausgerechnet Homosexuelle dem Abendland vererbt haben. Der Wunsch nach einereinem Auserwählten ist ätiologisch Fetischismus aufgrund überlebender Kindheitseindrücke, teleologisch eine Triebkraft im Dienst des Aussterbens. Günstig wäre es, Starke, Fruchtbare, Unbesondere Zur Paarung zu wählen. Stabil sind die nivellierenden Kulturen, in denen (man verzeihe das Konsumbild) Susi, Eiske und Barbara nicht Birne, Apfel und Kürbis bedeuten, sondern austauschbares, gleichschmeckendes Einkeitsobst.