Entlang der unbefahrenen, in Gras mündenden Hinterstraße stehen seine Tischreihen an seiner Wand, von der Straße nicht abgegrenzt, außer durch die Autorität zweier kräftiger Linden. Ein Arbeiter wird sich an einen beliebigen Tisch setzen. Das Schwitzen vergeht, aber die Mücken stechen. Der Arbeiter denkt ans Arbeiten. Der Rücken ruht aus. Diese guten, langausgezogenen Häuser, diese guten Sommer. Bewohnbare Erde.
Gasthäuser 2
Gasthäuser 1
Zum Wolfi-Bauer. Er hat am Steinschlag einen potemkinschen Garten und putzt die rosa Blüten. Eine der Oleandertöpfinnen liebt er besonders. Wenn er nichts zu tun hat, sitzt er auf dem Topfrand. »Change!«, verlangte ein Engländer und reichte ihm tausend Schilling. Der Wolfi-Bauer verstand sofort und wechselte. Is der echt?, fragte er Blasi, seinen Freund, auf dem Pissoir. Ja, der Wolfi-Bauer ist kein Surm, wie die Leute sagen, sondern gerissen. Einmal hatte er sogar zum Theater wollen, aber das war lang her. Freundinnen sagten, sei nicht so teppert; St. Pölten ist ein heißer Boden. Nun hat der Wolfi Steinkrüge und gutes Knopfer Bier. Musebart, der bierkundige Millionär, steigt gern dort ab. Und kalt !
Gasthäuser 3
Die räumliche Tiefe mancher Gasthäuser. Ein Kriegsteilnehmer erklärt auf der höheren Ebene eines dritten Nachbarzimmers, während draußen auf zwei Ebenen Gasthofgarten stattfindet, der schräggestellten und angehobenen Theke, die den in ein tiefergelegenes winkligstehendes Sonderzimmer abgeeilten Wirt ersetzt, den Unterschied zwischen Feldhaubitze und Mörser. Ein Bierrastweibchen ergreift anderthalb Ebenen drunter ihre kleine Panzergranate und färbt sich damit die blankgegessenen Lippen.