SchaunS, wir Männer müssen uns wehren. Wir Männer sind die Gscheiten, wir machen die Geschichte. Machen die Weiber was? An Schmarrn machens, schöne Augen machens und aufpudeln tan sie sich. Und kebeln tans, sunst nix. Aber wir Männer machen die Geschichte. SchaunS, Sie sind doch gebildet, schaun Sie sich einmal den Franz Joseph an oder den Napoleon Bonaparte, den großen Kaiser von die Franzosen, wissenS eh. Alles Männer. Alles Helden. Aber i, wann i heimkumm, meine Alte fahrt gleich aus die Socken: Wo warst du? Wieviel hast du getrunken? Und alle san so! Verstehn Sie!, alle, ohne Ausnahm. HeiratenS nie. BleibenS ledig, weil nur so können Sie sich Ihr höheres Menschsein bewahren, i maan s Ihnen guat. Geh , Rosl, bring ma no a Viertl.
Gasthäuser 12
Gasthäuser 11
Flußrauschen, Baumrauschen, karnickelrote Augen, i war Paketzusteller, jetz bin i in Pansion; i bin ka Höherer wurn, weil i de Matura net gmacht hab, aber de Matura mach i no, da könnenS Gift drauf nehma, jetz hab i Zeit...; — junger Mann, lachenS net, de Bütung is fürn Mentschen wichtig!
Gasthäuser 13
Ich bin eine Schlange, sagt sie. Dworschak kerbt weiter mit dem Feitel die Tischplatte. Sie glauben mirs nicht, sagt sie. Sie kämmt sich in seine Suppe, sichtbar werden einige noch blonde Haare im Gegräu. Dworschak taucht den Feitel in die Suppe, um die Schlangenhaare zu fischen. Ich bin unberechenbar, sagt sie; sie gibt den Arm in die Höhe und lacht Dworschak plötzlich laut aus. Dworschak gönnt ihr einen Kalbsblick. Sie läßt die dürre Hand auf Dworschaks starkes Schultergelenk fallen und bohrt sich ein. Dworschak wischt den Feitel in die Stoffserviette und bindet sie sich gründlich um den Hals. Die Schlange zieht ihm die Zipfel zu, daß er blaurot wird. Ich nehme es mit der Moral nicht so schwer, sagt sie leimsüß. Hallo, hallo, sagt Dworschak, lockert die Strangulation und beginnt die Frittatensuppe zu löffeln.