Perspektiven 6

In bräutlicher Seligkeit — mit übergehender Stimme — fragt sie ihn, von welcher Seite er wolle.

Perspektiven 5

»Sollen wir nicht ein wenig Luft reinlassen?«, fragt J. und manipuliert schon das Ausstellfenster. Immer, wenn seine Riesenportion Freude mitfährt, ist die Luft voll Bergamottöl und Hitzigkeit. In Kurven klatscht der Brocken oft vollgewichtig an ihn, und öfters behindert sie ihn mit umhalsendem Bloßarm. Dann und wann macht ein ungezogener Autoneuling — Kreuzungsnachbar — Bemerkungen, sogar von Zentralviehmarkt und dergleichen. Barbara lacht nur, kehlig, und wenn J. eine kultivierte Beleidigung zurückruft, stempelt sie ihm einen dicken roten Kuß auf die Exporteur-Wange. J. gefällt es, diesen Sommer im Schatten des liebeslustigen Naturdenkmals zu verliegen, auch Barbara gefällt solches Tun; sie ist ihrem Chemieschatz, wie sie ihn altväterlich nennt, derzeit sogar treu, und eine längerfristige Treue scheint sich — aus lauter Vergnügen über einen so gründlichen Würdiger ihrer Vorzüge und über einen so erfreulichen Plauderer mit ernstem Hintergrund — anzubahnen. Sie trägt gern einen aparten türkischen Oberarmreifen, den J. von seinem Smyrnaer Phosphatpartner erschachert hat; dort sind Barbaras Durchmesser nicht ungewöhnlich.

Perspektiven 7

J. bereitet Barbaras Abbau vor. Er empfiehlt sie dem Forscherdrang eines ehrgeizigen Laborchefvertreters von Dvořak & Co, der über Menschen, die er konsumiert, ein ähnliches Protokollheft führt wie über Ammoniumbasen, die er verarbeitet. Erotik der Schwergewichtsklasse dürfte ihm ein willkommenes Novum werden. Schon spitzt der Forscher seinen Extraharten und rastriert sein Heft.