Serviererin 2

Manchen Serviererinnen verleiht das Seifensaubere der oftgewaschenen Hände und der täglich gewechselten (zB schwarz-weißen) Uniformen merkwürdigerweise etwas Schmieriges: die Glitschigkeit von Faßseife, die flotte Gebrauchshygiene der Prostitution duften durch.

Serviererin 1

Alphard Mutz kam nach Eginbrunn zur Zeit des Volksfestes. Er wurde deshalb in das Zimmer eines Hoteldienstmädchens eingewiesen. Er aß im Restaurantgarten bis spät in die Nacht, ließ teegelbe Lampione für seine Freude sorgen, irgendwann aber war es doch an der Zeit, zu Bett zu gehen. Er knarrte das Treppchen aufwärts, es gab kein Zimmerlicht, nur ein Eisenbett mit Mädchengeruch und einen abgesperrten Kasten mit Mädchensachen. So lehnte er noch länger am Fenster und sah in den Restaurantgarten hinunter. Dort gab es noch, wie vor Jahren, die weiche große Serviererin, sie war aber müde und klebte an einer Laternstange. Sprach ordinären Tonfalls mit einern oberflächlich feingemachten Gast, Kaufmann, der im Volksfest rummelte und Auftragbücher vollaufen ließ. Sie hatte noch den Messinghelm aus steifgelacktem Blondhaar anfrisiert, glänzte wie damals von hellockriger Buttercreme-Schminke und hatte noch das kalkuliert Liebesbereite in ihrem Geschau. Alphard Mutz war vor Jahren in seinen Bemühungen nicht weit gekommen, nicht weiter, als daß die Serviererin nach dem Inkasso auf eine Wetterbemerkung notdürftig antwortete, dann aber durch lärmvolles Neudecken des Tisches zum Aufbruch riet. Wodurch mochte der Volksfestfritze dort unten sich in die unwahrscheinliche Lage gezaubert haben, schon Rasierwasserwange an Ockercremewange mit der Müden zu flirten, von ihr des natürlichen Jargons gewürdigt Zu werden und vielleicht sogar der Nacht in einer ähnlich sozialromantischen Magdkammer? Alphard Mutz kam auf psychologische Vorzüge und verbindende Geschäfte wurde aber rasch müde und legte sich in die Abwesenheit der Magd. In der Gegenübermansarde trieben die beiden zusammengelegten Mädchen noch Ulk.

Serviererin 3

Der Medizinstudent zählte der Serviererin, die in die schwarze Bluse Anna eingenäht trug, auf lateinisch alles auf, was er mit ihr zu tun gedächte. Er benützte dazu aber eine Stimme von harmloser Nettigkeit. Die Serviererin lachte, ebenfalls nett, drehte sich beim Abschwänzeln noch mehrmals nach ihm um und sagte dann zu ihrer Kollegin, die Linde eingenäht trug: »Diese Spanier haben ja doch einen ganz anderen Charme; sag der Nessy sie soll ihm viel Mayonnaise geben.«