Als Anni von der Fachschule ging, machten sie alle ein Fest. Sie betranken sich tüchtig, und Anni schmorten sie mit einem glühenden Brieföffner ein großes Erinnerungskreuz in den Handrücken; daran erkannten sich die Absolventinnen, wo immer sie sich trafen. Es war die einzige Brandwunde in Annis Küchenausbildung, und darauf war sie stolz. Vor der Heimfahrt klebte sie sich ein großes Heftpflaster auf die Hand, denn die Eltern würden vielleicht schimpfen.
Serviererin 7
Serviererin 6
Motive für das Begehren eines S.-Kontaktes: Attraktive Servierdame gesucht. Abendeinblicke ins Serviererinnenleben (Einblicknehmer besoffen). Sozialrührung: fleißig, treu und brav. Durch alle Suppen geschwommen. Serviert für Geld auch dem Einsamen. Mädchenuniformfetischismus. Anherrschbarkeit (Meinung gutgläubiger Sadisten). Manche haben freundliche patschige Hände. Manche setzen sich, nach Anfrage, zu einem. Manche haben selbst schon Kinder. Manche kennen Lokalprominenz, vermitteln Autokäufe, Untermietzimmer, Kolleginnen. Manche verdienen viel Trinkgeld und möchten es mit einem guten Kumpel teilen. Viele haben schöne weiße Brüste.
Sex
Seit der Sex flügge geworden ist, also nicht mehr des Verstecks, aber auch nicht mehr der Wärme bedarf und nur die Supermarkets noch so anachronisieren, ihn nicht in Tiefkühlpackung auszubieten, ist es regressiv, sich als Literat um die sogenannte menschliche Seite von erotischen Partnerschaften, also um das Freundschaftliche oder Traurige daran, zu kümmern. Von turbulenten Späßen und genialen Techniken darf allenfalls berichtet werden; im übrigen aber erfordert das neue Tabu, die Ehefrau wie eine Gemeindewohnung zu dulden, die Partnerschaften als eine Art Stuhlgang zu absolvieren und das Großhirn mit solchen Sachen nicht aus seiner Schwärmerei für die Sprache oder für die klassenlose Gesellschaft aufzustören.