Motive für das Begehren eines S.-Kontaktes: Attraktive Servierdame gesucht. Abendeinblicke ins Serviererinnenleben (Einblicknehmer besoffen). Sozialrührung: fleißig, treu und brav. Durch alle Suppen geschwommen. Serviert für Geld auch dem Einsamen. Mädchenuniformfetischismus. Anherrschbarkeit (Meinung gutgläubiger Sadisten). Manche haben freundliche patschige Hände. Manche setzen sich, nach Anfrage, zu einem. Manche haben selbst schon Kinder. Manche kennen Lokalprominenz, vermitteln Autokäufe, Untermietzimmer, Kolleginnen. Manche verdienen viel Trinkgeld und möchten es mit einem guten Kumpel teilen. Viele haben schöne weiße Brüste.
Serviererin 6
Serviererin 5
In seiner Arkade, nur innen, küchenseits, saßen die Serviererinnen alle auf einem Abendhaufen beisammen. Nach Rang: die abgenützte Ungarin, vierzig vorbei, kurzbeinig, viel glattgeschminkte Gesichtsfläche, kneifenden Blicks und Lächelns, gerissenfreundlich; die fade dünne Einheimische, von leichtentfernbarer Freundlichkeit; und die gastlichen zwei Gastarbeiterinnen mit den immerfort wackelnden Beinen. Sie aßen einträchtig ein Bedienungspausenessen, und unablässig machten sie sich über Gäste lustig, zB den upstair logierenden alten Amerikaner, der aufbegehrte, veil er nicht sofort mit Los Angeles gurgeln konnte, oder jenen jungen Mann, der dreier Puppen wegen den Chef kommen ließ, als die Ungarin ihm ein Messer, das er hinwarf, nicht aufhob.
Serviererin 7
Als Anni von der Fachschule ging, machten sie alle ein Fest. Sie betranken sich tüchtig, und Anni schmorten sie mit einem glühenden Brieföffner ein großes Erinnerungskreuz in den Handrücken; daran erkannten sich die Absolventinnen, wo immer sie sich trafen. Es war die einzige Brandwunde in Annis Küchenausbildung, und darauf war sie stolz. Vor der Heimfahrt klebte sie sich ein großes Heftpflaster auf die Hand, denn die Eltern würden vielleicht schimpfen.