Sie serviert alles. Sogar ihre Brust — vom Miederleibchen hoch — und in die Flucht nach vorn geschnürt — trägt sie in der tiefausgeschnittenen weißen Dirndlbluse geschickt dem Gast entgegen.
Serviererin 4
Serviererin 3
Der Medizinstudent zählte der Serviererin, die in die schwarze Bluse Anna eingenäht trug, auf lateinisch alles auf, was er mit ihr zu tun gedächte. Er benützte dazu aber eine Stimme von harmloser Nettigkeit. Die Serviererin lachte, ebenfalls nett, drehte sich beim Abschwänzeln noch mehrmals nach ihm um und sagte dann zu ihrer Kollegin, die Linde eingenäht trug: »Diese Spanier haben ja doch einen ganz anderen Charme; sag der Nessy sie soll ihm viel Mayonnaise geben.«
Serviererin 5
In seiner Arkade, nur innen, küchenseits, saßen die Serviererinnen alle auf einem Abendhaufen beisammen. Nach Rang: die abgenützte Ungarin, vierzig vorbei, kurzbeinig, viel glattgeschminkte Gesichtsfläche, kneifenden Blicks und Lächelns, gerissenfreundlich; die fade dünne Einheimische, von leichtentfernbarer Freundlichkeit; und die gastlichen zwei Gastarbeiterinnen mit den immerfort wackelnden Beinen. Sie aßen einträchtig ein Bedienungspausenessen, und unablässig machten sie sich über Gäste lustig, zB den upstair logierenden alten Amerikaner, der aufbegehrte, veil er nicht sofort mit Los Angeles gurgeln konnte, oder jenen jungen Mann, der dreier Puppen wegen den Chef kommen ließ, als die Ungarin ihm ein Messer, das er hinwarf, nicht aufhob.