Ein älterer Herr, der schon getrunken hat (zur Gegend stimmenden Gelbwein in einer durchwärmten Grünflasche), gönnt Haarboden und Panamamütze eine kleine Erholung voneinander und zitiert hierbei den vor 88 Jahren geborenen Hans Adler:
O letzte Lust, die noch dem Denker frommt!
Vom keuschen Mond verklärt, im Garten
Auf jene einzige zu warten,
Die niemals kommt.
Moment, sagt ein jüngerer Weingenosse, dessen Sonnengesicht zu dem Lied opponiert, das ist nicht so leicht abgetan; Sie müssen mir erst einmal beweisen, daß der Mond keusch ist; der Mond war schon zu Zeiten der alten Syrer eine Göttin der Empfängnis, und Jungfrauen — verstehn Sie!: richtige Jungfrauen — haben sich am Mondfest preisgeben — verstehn Sie!: richtig preisgeben — müssen. Junger Mann, sagt der Piltere zu dem 50jährigen, Sie sind im Irrtum: die Göttin Ischtar hat damals schon von allen Priestern und Priesterinnen das Zölibat verlangt; lesen Sie einmal altorientalische Geschichte; — aber ich habe an dem Vers etwas anderes auszusetzen. An einem Vers oder der ganzen Strophe?, triezt der 50jährige. Ich habe auszusetzen, antwortete der 70jährige, daß der Dichter sagt:
Auf jene einzige zu warten,
Die niemals kommt;
dabei kommt ja ein ganzer Schüppel nicht, nicht nur eine einzige; der 70jährige lacht; oder gehts Ihnen besser?, fragt er den 50jährigen. Auch nichtmehr, sagt der.
Sie eröffnen sodann eine Diskussion, wie die Einzige beschaffen sein müßte, die niemals kommt, um zu der Ursache vorzustoßen, warum sie grundsätzlich nicht kommt. Sie beginnen mit den körperlichen Eigenschaften und trinken dazu ihren jeweiligen brackiggewärmten Gelbwein.