Nun sprachen auch noch zwei Männer drüben, die sahen Schulkameraden aus J.s freundlichgrüner Steinzeit ähnlich. J. dachte: Ich bin unendlich lange zu keinem Klassentreffen gegangen. Was fasziniert uns an so Klassentreffen? Ihre statistische Wehleidigkeit. Einfach, daß zwanzig Menschen naturgemäß einige Schicksals-Arten haben, zwei gestorben, einer Zwillinge gezeugt, einer Sportmedaille, einer hohes Viech (Landesregierung). Und: das Altern. Und: Freunde in Reserve zu haben, unausgewertet oder doch nicht so restlos ausgewertet wie die Verwandten und ständigen Kumpane. J. ging langsam hinüber, bis er die Unterschiede zwischen den Sprechenden und seinen Kameraden klar heraushatte.
Nachmittagsgespräche 11
Nachmittagsgespräche 10
In die Diskussion um die Einzige, die niemals kommt, mengt sich ein Beiträger, nach dessen Bericht einem Junggesellen sehr wohl die Einzige kam, und zwar ein aus der Illustrierten geschnittenes Dämchen, das, weil es sich erstmals in seinem vollen Liebes-Wert erfaßt fand, unter der Schere des Junggesellen lebendig wurde. Der Junggeselle allerdings, nach einigen erfreuten Sekunden, trug das heftig sich wehrende Bildchen zur Pfarre. Dort wurde es neuerlich lebendig, erklärte aber, nun in ein Kloster gehen zu wollen.
Nachmittagsgespräche 12
Am Grundlsee bin ich gwesen mit meine Herrschaften. In einer Villa ham wir dort gewohnt. Am Grundlsee, mein Gott, da is schee! Die Berge! Die scheene Villa! Das war ein Erlebnis! Taja. Ein einmaliges Büt, in der Vollmondnacht, da sind wir am Balkon gsessn. Da zehrt ma dann ein Leben lang. Nna! Warn das net glückliche Stunden?